Kritiken

DIE FRAU OHNE SCHATTEN (FÄRBERIN)


Hamburg
Angeführt vom Färberpaar, der alle überragenden , furios keifenden wie zart verhaltenen Gabriele Schnaut...
Welt, 20.01.2005

Dresden
Ein furioses Damenterzett sorgt für vokale Sprannung und Intensität. Allen voran die eindringliche Färberin Gabriele Schnauts, der mit merklich ausgeruhter Stimme ein abgründiges Porträt gelingt. Ihre ruhigen, dunklen Passagen sind präsent wie selten zuvor, ihre explosiven Ausbrüche bravourös.
Sächsische Zeitung, 20.9.2004





PARSIFAL (KUNDRY)


Hamburg
Ihre expressive, nie scharfe, mit grandiosem Aufschrei des Leidens gespickte Kundry, durchbrach immer wieder durch ihre enorme Gestalltungskraft das Wilsonsche Entindividualisierungsgebot.
Frankfurter Rundschau, 14.09.2004

Gabriele Schnaut hat sich Wilsons Wort und Musik verweigernde, signal-, wie ritualhafte Körper- und Handsprache so zu eigen gemacht, das sie nicht mehr als Korsett empfunden wird. Die Schnaut gewinnt aus Statuarik und Slowmotion emotionale Kraft als stimmlich herrlich blühende, dämonisch sinnliche Kundry.
Welt, 14.09.2004



ELEKTRA (TITELPARTIE)

Neapel

Gabriele Schnaut als Elektra überwältigte alles. '"Abgezehrt und verhärmt" anorexisch ist die Sängerin beileibe nicht. Der Panzer des Hasses, der sie einschließt, der sie ist, stimmlich und physisch, erdrückt und erschlägt alles, was sich ihm in den Weg stellt - mickrige Kritiker, die an der Perfektion der Aussprache oder Stimmbildung zu mäkeln hätten, eingeschlossen. Sie ist das gehetzte Wild mit hochdramatischem Sopran und einer unglaublichen Beweglichkeit zwischen brutaler Direktheit, zarter Beschützergeste für die kleine Schwester Chrysothemis und dem bizarren Freudentanz beim Tod der Mutter Klytämnestra und ihres Liebhabers - eine klinische Fallstudie von bedrückend-beeindruckender Intensität. Begeistert war selbst das neapolitanische Publikum, den starken Tobak des frühen Strauss nicht gewöhnt [...].
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2003